Warum produzieren Sittiche und Papageien so viel Staub?

Wieso produzieren Sittiche und Papageien so viel Staub?

Und warum machen manche so einen Wirbel um den Gefiederstaub?

Einige Sittiche und Papageien „stauben“ mehr als andere. Das hängt maßgeblich von der Art und der entsprechenden Gefiederstruktur ab. Kakadus und Graupapageien zum Beispiel haben sogenannte Puderdunen. Diese Puderdunen produzieren einen sehr feinen Staub, der dazu dient, das Federkleid der Vögel zu pflegen und zu imprägnieren. 

Dieses Gefiederstaub entsteht wenn die Puderdunen nachwachsen und dann quasi zu Staub zerfallen. Übrigens auch andere Vögel wie zum Beispiel Reiher besitzen Puderdunen.

 

Was das Gefieder von Nymphensittichen, Kakadus oder Graupapageien pflegt, setzt sich aber auch überall in ihrer Umgebung ab. Leben die Vögel mit uns in unserem Wohnraum, dann muss man nicht nur recht fleißig und häufig staubwischen, sondern man atmet diesen Gefiederstaub auch ein. Das ist für Mensch und Vogel gleichermaßen schlecht. 

 

Unsere Vögel haben ein hoch effizientes Atmungssystem, dass sehr leistungsfähig, aber auch anfällig für Störungen ist. Damit die Atmungsorgane unserer Vögel, bestehend aus den oberen Luftwegen, den Bronchien, der Lunge und den Luftsäcken,  möglichst gesund bleiben, benötigen sie, neben gesunder und ausgewogener Kost, reichlich Bewegung, eben auch eine möglichst gute Luftqualität. 

 

Und auch wir Menschen können, atmen wir den Gefiederstaub regelmäßig ein, schließlich erkranken. Die Vogelhalterlunge ist keineswegs nur unter Vogelzüchtern vertreten. Sondern zunehmend erkranken auch Menschen daran, die ihren Wohnraum mit ihren Vögeln teilen. 

Dabei müssen es nicht mal viele Vögel sein, schon ein Pärchen Nymphensittiche kann für empfindliche Menschen zum Problem werden. 

Dabei ist es wirklich nicht schwierig die Qualität der Luft, die unsere Vögel und auch wir einatmen, zu verbessern. Dazu stehen uns heute eine Vielzahl an technischem Geräten zur Verfügung:   vom Ionisator, zum Luftbefeuchter in verschiedenen Ausführungen, über den Luftwäscher bis hin zum Luftfilter. 

 

Welches Gerät für welche Vogelhaltung geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. 

Ich würde euch, wenn ich euch beraten sollte, unter anderem auch diese Fragen stellen: 

 

Welche Vögel halte ich und wie viele?

Wie groß ist der Raum, in dem sie leben?

Teilen wir diesen Raum und wenn ja, wie intensiv? 

Oder halte ich meine Vögel in einem Vogelzimmer?

Welche Geräte stehen in dem Raum, in dem meine Vögel sich aufhalten?

 

Denn eines muss man auch wissen, was unseren Atemwegen schadet, ruiniert auch unseren Fernseher, PC, die geliebte, nostalgische Stereoanlage….

Mein alter Mac, ich bin beruflich bedingt schon lange Zeit Apple-User, diente mir über viele Jahre treu und ergeben. Doch irgendwann begann er zu schwächeln. Schließlich brachte ich ihn zu einem Spezialisten. Ich hoffte, er würde den Patienten wiederbeleben können. Doch die Diagnose war niederschmetternd.

 

„Es tut mir leid, ich kann nichts mehr für ihn tun“. Oh je! Ich wollte natürlich wissen, woran mein treues Arbeitstier verstorben war. Der Techniker schüttelte den Kopf und zeigte mir ein paar Teile: „Sehen Sie, diese weiße Substanz hat ihn zerstört. Und ich bin ehrlich, so etwas habe ich noch nie gesehen. Es sieht aus wie ganz feiner weißer Staub, aber geht man mit dem Finger darüber, fühlt es sich wie Seide an. Ich habe mein bestes versucht, aber keine Chance, dieses Zeug klebt in Ihrem ganzen Rechner.“

Schuldbewusst dachte ich auf dem Heimweg daran, wie ich es genossen hatte, wenn meine Kakadus mich mal im Büro besucht hatten oder wie gerne ich mich auch mit ihnen im Wohnzimmer aufgehalten habe, schön gemütlich gemeinsam auf der Couch. Hilfe, der Fernseher ist der ganze Stolz meines Gatten!

 

Puderdunen sind ein genialer Einfall der Natur, um das Gefieder mancher Vögel vor Schmutz und Nässe zu schützen. Denn nur mit einem intakten Gefieder fliegt es sich so gut, dass man sich auch bei Gefahr in Sicherheit bringen kann. 

Aber leben wir sehr eng mit unseren Vögeln zusammen, teilen wir uns quasi den Luftraum im Wohnraum, dann schadet dieser Staub unserer Gesundheit und auch der unserer Vögel. 

 

Übrigens nützt es auch gar nichts, Kakadus, Graupapageien und andere täglich zu duschen um dem Staub zu entgehen. Und Achtung: Wenn Vögel, die eigentlich Puderdunen besitzen „nicht stauben“, dann stimmt etwas nicht. Es ist nämlich nicht so, dass sie irgendwann einfach damit aufhören, weil sie den Gefiederstaub nicht mehr oder weniger brauchen. Virenerkrankungen wie Polyoma und PBFD verursachen Gefiederstörungen und auch die Puderdunen sind betroffen und wachsen vermindert oder gar nicht mehr nach. 

 

Wenn also ein prächtiger Weißhaubekakadu einen glänzend schwarzen Schnabel hat, dann sieht das zwar schön aus, sollte uns aber aufmerksam werden lassen. Wenn der Schnabel nicht gerade vom Besitzer des Vogel auf Hochglanz poliert wurde, könnte eine ernsthafte Infektion dahinter stecken. 

Wenn Ihr mehr über Virenerkrankungen bei Sittichen und Papageien wissen wollt, dann lest die Papageienzeit. Wir haben Beiträge von vogelkundigen Tierärzten über das psittacine aviäre Bornavirus, über Polyoma und PBFD, aber auch über Pacheco oder kommt zu uns in die Online-Meetings. Im März ist Dr. Sophie Budde wieder zu Gast und wird einen tollen Vortrag über „Aspergillose“ halten. Infos zu den Online-Vorträgen und online-Workshops findet ihr in unserem Shop: www.papageienzeit-shop.de

 

 

Und wenn Ihr wissen wollte, welche Geräte eure Sittich- und Papageienhaltung sinnvoll unterstützen, dann kommt zu Clever-Birds und lasst euch von mir beraten.

 

Ich bin gerne für euch da,

bis dahin 

 

eure Claudia Schlüter